Ein Wirtschaftsfaktor

In Österreich betreiben etwa 30.000 bzw. 28 % der 107.691 landwirtschaftlichen Betriebe Direktvermarktung. Die Direktvermarktung hat für die österreichische Landwirtschaft, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft eine wesentliche Bedeutung. Die Einkommensbedeutung der Direktvermarktung ist für die einzelnen Betriebe unterschiedlich. Im Schnitt erwirtschaften die rund 30.000 Landwirt:innen 33 % ihres Einkommens aus der Direktvermarktung.
 

Die Vielfalt der
Direktvermarktung

Vertriebskanäle Direktvermarktung im Aufwind - nah dran an den Kund:innen
Bei Direktvermarkter:innen sind Fleisch und Fleischerzeugnisse mit 35 % führend, gefolgt von Eiern (22 %), Wein (20 %) und Milchprodukten (18 %). Weitere bedeutende Produkte sind Fruchtsäfte (17 %), Obst (16 %) und Gemüse (9 %). In den letzten Jahren stieg die Vermarktung von Eiern, Fruchtsäften, Gemüse, Spirituosen und Backwaren, während andere Produkte weniger als 4 % ausmachen.

Die Betriebe der Direktvermarktung haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um ihre Produkte erfolgreich zu vermarkten. Diese Vielfalt spiegelt sich in den steigenden Vermarktungszahlen wider.

Vertriebskanäle

  • Ab-Hof-Verkauf: Landwirt:innen verkaufen ihre Produkte direkt vom Hof aus. Dies ist mit 89 % der bevorzugte Weg.
  • Zustellung: Etwa 35 % der Betriebe liefern ihre Produkte direkt an die Haustür der Kund:innen.
  • Bauernmärkte: Etwa 22 % der Betriebe verkaufen ihre Waren auf Bauernmärkten.
  • Lebensmitteleinzelhandel: Etwa 21 % der Produkte gelangen über den klassischen Lebensmitteleinzelhandel zu Kund:innen.
  • Bauernläden: Etwa 16 % der Betriebe betreiben eigene Läden, in denen sie ihre Produkte anbieten.
  • Online-Verkauf über eigene Shops: Etwa 14 % der Betriebe verkaufen ihre Produkte über ihre eigenen Online-Shops.

Nah dran an
den Kund:innen

Die Direktvermarkter:innen erreichen ihre Hauptzielgruppe über verschiedene Vermarktungswege, sind aber hauptsächlich auf Endkonsument:innen (77%) ausgerichtet. Dennoch spielen andere Zielgruppen eine wichtige Rolle:
  • 42 % der Direktvermarkter:innen beliefern Gastronomiebetriebe, einschließlich Großküchen.
  • 27 % verkaufen ihre Produkte im Lebensmittelhandel oder in Einzelhandelsgeschäften.
  •   9 % beliefern Fleischereien, während 8 % an Bäckereien oder Konditoreien liefern.

Direktvermarktung
im Aufwind

Die Direktvermarkter:innen erleben generell eine positive Entwicklung, was das Bild von Professionalität untermauert. Für 48 % der Betriebe hat die Bedeutung der Direktvermarktung zugenommen, während sie für 45 % gleichgeblieben ist und für 7 % abgenommen hat. Insbesondere bei den Intensiv-Direktvermarkter:innen zeigt sich ein klarer Trend: 54 % verzeichnen eine Zunahme, während sie für 40 % gleichgeblieben ist und nur für 7 % abgenommen hat.