Die Hauptgründe für die gestiegene Bedeutung der Direktvermarktung sind laut den Direktvermarkter:innen eine erhöhte Nachfrage seitens der Konsument:innen (59 %) sowie die Auswirkungen der Pandemie (25 %). Drei weitere Gründe sind die verstärkte Konzentration auf diesen Betriebszweig (18 %), verstärkte Verkaufsaktivitäten (18 %) und die Erweiterung des Produktangebots (13 %). 8 % führen dies auf die gestiegene Wertschätzung regionaler Lebensmittel zurück. Der Ausstieg aus der Direktvermarktung wird hingegen oft mit Zeitmangel (50 %), mangelnder Rentabilität (34 %), dem Generationswechsel (24 %) oder zu hohen gesetzlichen Anforderungen (21 %) begründet.
Besonders positiv entwickelt sich die Direktvermarktung bei Betrieben, die einen hohen Einkommensanteil aus dieser Quelle erzielen. Laut Studie planen daher 46 % der Direktvermarkter:innen in den nächsten drei Jahren Investitionen in diesem Bereich. Betriebe mit höheren Einkommensanteilen aus der Direktvermarktung (> 10 %) zeigen dabei ein größeres Interesse an Investitionen im Vergleich zu Betrieben, bei denen die Direktvermarktung eine geringere Rolle spielt. Bio-Betriebe zeigen auch mehr Interesse an Investitionen als konventionell wirtschaftende Betriebe.
Für die Zukunft sehen die Direktvermarkter:innen die größten Chancen im Ab-Hof-Verkauf und im Internet, gefolgt von Zustelldiensten sowie Bauernläden und -märkten. Die Gastronomie und der Lebensmitteleinzelhandel liegen eher zurück - möglicherweise aufgrund der hohen Anforderungen an Qualität, Menge, ständige Verfügbarkeit und Flexibilität. 10 % aller Landwirt:innen denken darüber nach, in die Direktvermarktung einzusteigen. Gründe hierfür sind faire Preise, höhere Wertschöpfung, zusätzliches Einkommen und die Sicherung des Arbeitsplatzes am Bauernhof.
Quelle: keyQuest Studie 2022; Grüner Bericht 2023; Branchenuntersuchung Lebensmittel 2022, RollAMA